Lokomotivführer, Feuerwehrmann oder Ähnliches wollte ich nie werden. Wovon kleine Jungs - zumindest zu der damaligen Zeit - so geträumt haben, fand ich wenig fesselnd.

Ganz zu Anfang wollte ich (im Uhrzeigersinn) 

-  gar nichts werden, außer essen und trinken

-  dann unbedingt Förster

-  später lieber Zoodirektor

-  und zwischendurch immer mal Stahlhändler, weil der Schrottplatz in der

   Nachbarschaft der beste Abenteuerspielplatz war.

 

 

 

 

Das änderte sich schlagartig, als ich endlich in der Lage war, zusammen-hängende Sätze zu lesen. Denn ich las, ich verschlang geradezu mein erstes Buch: "Nordwärts mit der Pintail". Keine Ahnung, was "Pinnteil" hieß, aber die Abenteuer vom jungen Ausreißer Mat, der zur Insel "Eldo" ins Eismeer segelt, hatten mich begeistert.  


Polarforscher wollte ich jetzt werden. Oder Meeresforscher. Irgendetwas, weit weg und wo Abenteuer auf mich warten.

Aber dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung, denn die Bildungsbürokraten hatten einige Hürden aufgebaut. Leider gehörten Physik, Chemie und Mathematik nie zu meinen Kernkompetenzen, so dass Geologie, Meteorologie, Meeresbiologie oder andere "gie-Disziplinen" von vornherein ausschieden. Deshalb wurden es nur die Wirtschaftswissenschaften. Während meines Berufslebens in einem internationalen Medienkonzern habe ich zwar auch einige Abenteuer erlebt, aber nie hoch im Norden.

 

Seit ich meinen Status von "working class" in "Privatier" ändern konnte, habe ich auch wieder die Zeit und Muße, mich Dingen zu widmen, die vorher ziemlich in den Hintergrund verdrängt worden waren: reisen und fotografieren. 

 

Ich bin zwar seiner Zeit recht viel herumgekommen in der Welt, aber entweder war fürs Fotografieren kein Platz im Terminkalender oder ich habe einfach nicht fotografiert. Das irgendwo sein, nur zuschauen und beobachten hat auch seinen Reiz. Für den Moment zumindest. Die digitale Fotowelt ist heute ja auch viel bequemer als das analoge Hantieren damals mit Kamera, Film und Dunkelkammer. Vielleicht nicht so romantisch, aber einfacher halt. Von den heutigen Möglichkeiten der sogenannten "post production" einmal ganz abgesehen.

Nach sehr langer Fotoabstinenz habe ich wieder Interesse am Fotografieren gefunden. Ich fotografiere mit dem Canon-System, D5 Mk III und D7 Mk II. Dazu eine kleine Sony RX100 III Cyber-shot und  eine gopro. Ich bezeichne mich selbst noch als Anfänger, zumindest was die Kameratechnik anbelangt. Ich finde Tier- und Naturfotografie ist recht einfach. Entweder man hat Glück oder nicht und erwischt den richtigen Moment oder nicht. Landschaftsfotografie ist schon anspruchsvoller. Die Königsdisziplin ist "street-photography". Das einfangen, was um uns herum passiert, nicht das schöne Foto, sondern das Foto, das eine Geschichte erzählt. Das wäre mein Ziel. 

Also, ich habe noch einige Reiseziele und Fotomotive auf der shortlist und hoffe sehr, dass die Entwicklung dieser Welt es auch zulässt, diese Pläne umzusetzen und hier auf der website davon zu berichten.

In diesem Sinne, herzliche Grüße

 

Dr. Friedhelm Jacobs