Nachdem wir nun mit dem wichtigen Mahout-Zertifikat ausgestattet nach Chiang Mai zurück gekehrt sind, wollen wir die "kulturelle" Seite der Stadt erkunden. Dazu gehören - genau - die vielen Tempel der Stadt und der Night Bazar mit seiner verwirrenden Vielfalt an Kunsthandwerk allen möglichen Dingen, die das tägliche Leben braucht oder auch nicht. 

Von den vielen Tempeln, die zu besichtigen gewesen wären, war der außerhalb von Chiang Mai liegende Wat Phra That Doi Suthep der eindrucksvollste. Natürlich ein Touristenmagnet, aber auch sehr weitläufig und da wir an einem Sonntag dort waren, haben auch überwiegend Thais den Tempel zum Gebet besucht. 

Die jungen Tempeltänzerinnen haben sich mit einer unbeschreiblichen Anmut bewegt. Leider sind die Gesten für mich unverständlich, aber dass sie eine bestimmte Bedeutung haben, ist sicher. 

In einem anderen Tempel, dessen Namen ich leider nicht mehr rekonstruieren kann, konnten wir eine Zeremonie chantender Mönche beobachten. Der Gebetsraum und die Buddhastatuen wurden in eine Lichtorgie getaucht, was ich bislang so noch nicht gesehen habe. Fast psychedelic art. Fehlte nur, dass statt der chantenden Mönche Underworld aufgetreten wären. 

Ein weiterer Tempel-Must-See ist der Wat Umong Suan Puthadtham. Unter dem Tempel ist ein Labyrinth aus Tunneln mit vielen Buddhastatuen in den Gebetsnischen. Fotografisch leider wenig brauchbar, dafür aber der Garten, in dem viele alte, bereits verwitterte Buddhastatuen aufgestellt sind, von denen teilweise nur noch der Kopf oder Torso erhalten ist.

Chiang Mai hat eine ganze Anzahl von Märkten zu bieten, aber der Night Bazar ist der interessanteste. Von anspruchsvoller Kunst über Kitsch, Haushaltwaren, Seide, Schmuck und Holzpenissen bis zu Restaurants aller Richtungen und was wir Musikkneipen nennen würden ist alles da. Sogar ein Münchener Hofbräuhaus! Eine sehr angenehme und entspannte Atmosphäre, trotz der vielen Menschen. 

Neben dem Restaurant, in dem wir mal wieder einen verdammt guten Fisch gegessen haben, standen drei Grazien in Varieté-Outfit, wirklich hübsch anzusehen, nicht nur hübsch, sondern richtig sexy und machten Promotion für ihre Show, die gleich anfangen sollte. Meinen etwas verklärten Blick kommentierte meine Reiseleitung nur mit einem Lächeln und dem Hinweis: alles Ladyboys. Ob es sich nun um Transsexuelle, Transvestiten oder Personen mit gestörter Geschlechtsidentität handelte, weiß ich nicht, dazu bin ich zu wenig in diesem Thema. Auf jeden Fall ist das ein Zustand in Thailand, der absolut toleriert wird und offiziell anerkannt ist. Nicht, dass ich einen gesehen hätte, aber in deren Pass soll weder Geschlecht "männlich" noch "weiblich" sondern sowas wie "es" stehen. Egal, es ist Varieté und wir gehen rein. Kein Eintritt, keine Getränkeabzocke, nichts Reeperbahn, einfach nur schön anzusehen und sich von der Freude und dem Spaß anstecken lassen, den die "Ladyboys" bei Ihrer Show haben. Sensationell. Und die Fotos, ohne Blitz bei "available light", ich bin von den ausdrucksstarken Gesichtern begeistert. Ein Farbenrausch.

Und auch nach der Show, große Freude und ausdrucksstarke Persönlichkeiten.