Chiang Mai, die Kulturmetropole des Nordens, ist eine lebendige Stadt mit immerhin auch 200.000 Einwohnern, aber ein ziemliches Kontrastprogramm zu Bangkok. Das etwa 600 km von Bangkok entferne Chiang Mai haben wir komfortabel mit dem Flugzeug erreicht. Fliegen ist in Thailand äußerst preiswert, geradezu billig im Vergleich mit Europa. In Chiang Mai war erst einmal "relaxen" das Programm. Die in Bangkok arg strapazierten Füße pflegen. Die verspannten Rücken- und Beinmuskeln massieren lassen.


Zum Erholen war Chiang Mai der richtige Ort. Aber wir wollten darüber hinaus ja noch andere Programmpunkte abarbeiten. Der Thai-Kochkurs stand an. Wir haben uns nach einiger Recherche für Chef Sompon Nabnian's Chiang Mai Thai Cookery School entschieden. Zwei Tage, in denen wir lernen sollten, was die thailändische Küche ausmacht. Ich betreibe das Kochen nun nicht mit äußerster Leidenschaft aber ich bin durchaus interessiert. Vor allem mag ich die asiatische Küche. Und es war absolut interessant, kurzweilig und wirklich lustig. Das war Koch-Entertainment pur. Ich hätte glatt noch einen Tag dranhängen können. Und zum anderen waren an beiden Tagen sehr nette Kursteilnehmer dabei. Wenn Menschen zum Kochen zusammenkommen, sind sie aufgeschlossen, zufrieden und friedlich, ganz gleich woher sie sind. Wenn die Menschen mehr zusammen kochen würden, gäbe es bestimmt weniger Gewalt und Kriege auf der Welt. 

Nach dem Kocherlebnis stand ein Erlebnis ganz anderer Art auf dem Plan. Elefanten sind für mich ungemein beeindruckende Tiere. Nicht nur wegen ihrer schieren Größe, sondern wegen ihres Charakters, ihrer Gutmütigkeit und ihrer melancholischen Augen. Deshalb wollte ich in einem Elephant Training Camp diesen Dickhäutern mal ganz nahe kommen und den Umgang mit ihnen lernen. Wir haben uns deshalb zu einem dreitägigen Mahout and Elephant Training Camp angemeldet. Natürlich haben wir uns die Frage gestellt, ob das überhaupt "politisch" korrekt ist. Das sind Wildtiere in Gefangenschaft und wollen die mit bräsigen Touristen auf dem Kopf rumlaufen? Ist das nicht übelster Touristenzirkus? Sollte man das unterstützen? Zumindest aufgrund der Erfahrungen in unserem Camp kann ich sagen, diese Besorgnis war unbegründet. Der Elefant ist Nationaltier Thailands und Bestandteil des Königswappens. Dementsprechend wird der Elefant verehrt und entsprechend versorgt. Bei den Elefanten handelt es sich um ehemalige Arbeitselefanten, die heute leider nicht mehr im Dschungel gebraucht werden. Das machen jetzt Traktoren und Planierraupen. Die Elefanten sind sozusagen in den Vorruhestand geschickt worden, der Mahout bekommt für den Elefanten vom Staat eine Zuwendung. Diese "Rente" und die Arbeit mit Touristen in den Camps sorgen dafür, dass die Mahouts mit den Tieren nicht betteln gehen müssen. Anders als z. B. in Indien, dort ist das insbesondere in den Städten ein sehr trauriges Bild. Im Chiang Mai Elephant Camp, das eine gute Fahrstunde mit dem Auto im Dschungel liegt, werden die Elefanten sehr frei und artgerecht gehalten. 

Zu unserem dreitägigen Kurs gehörte 

- das Vertrautwerden mit dem Elefanten

- das Erlenen der Elefanten-Befehlssprache

- das Aufsitzen und Absteigen vom Elefanten, Reiten und Dirigieren

- das Baden und Reinigen der Elefanten im Fluss

- die Herstellung von Elefanten-Medizin

Am Ende der Mahout-Ausbildung gab es den Elefanten-Führerschein, nachdem wir noch eine "Lehrprobe" für die armen Eintagestouristen geben mussten. Das war ein echter Spaß, natürlich alles nicht so ernst zu nehmen.

Alles in allem ein tolles Erlebnis.l

Kaeng Kued Elephant Camp

Die etwas einschränkende Kargheit der Unterkunft wurde durch die Herzlichkeit unserer Gasteltern mehr als wett gemacht 

Der Beginn einer Männerfreundschaft

Elefantenbaden

Elefantenpflege

Tag der Prüfung

Nach der Begegnung mit den großen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung wollten wir uns das Gegenteil einmal ansehen und sind in den Chiang Mai Zoo gefahren. Nun ja, Zoo ist halt Zoo, der eine besser ausgestattet als der andere, gepflegter oder mehr heruntergekommen. Gemein ist allen, dass die Tiere mehr oder halt etwas weniger in Gefangenschaft gehalten werden. Davon einmal abgesehen machte der Chiang Mai Zoo auf mich einen ganz passablen Eindruck. Die Attraktion sind Panda-Bären, also nicht gerade meine Speedkings unter den Tieren, aber putzig anzusehen. Man kann hier schon einen Tag verbringen, insbesondere wenn man auch das Aquarium besuchen möchte. Aber Zoos sind nicht jedermanns Sache.