In den Pyrenäen

 

Heute Vormittag geht es in die Pyrenäen. Ich habe mir eine nicht allzu lange erste Etappe vorgenommen, da ich noch kein so richtiges Gefühl dafür habe, wie man auf den kleinen Straßen, die ich fahren möchte, voran kommt. Das Navi ist mit "Ribes de Freser" programmiert, einem kleinem spanischen Örtchen, in dem es gemäß Internetrecherche beim Frühstück ein paar Hotels geben soll. Aber da der Weg das Ziel ist, werde ich mal sehen, wo ich lande. Ich möchte das alles offen lassen. Es gibt hier so viele Straßen und Sträßchen, denen ich folgen kann. Hauptsache die grobe Richtung stimmt. 

Der erste Pyrenäen-1.000er. Ist alles noch ziemlich Schwarzwald mäßig. Straßen sind on- und offroad ganz passabel befahrbar, wenngleich der entgegenkommende Franzose gerne die Mitte der Fahrbahn für sich beansprucht.

 

Knapp am 2.000er vorbeigeschrammt. Aber kurz danach: geht doch!

 

Die ersten Schneefelder zeigen sich. Dahin geht's. Bislang gesehen .........

........ Teutoburger Wald, schottisches Hochland, Ackerbau und Viehzucht und ein herrlich verspieltes Café Pessets mit noch herrlicheren Tapas in Sort/Espania.

 

Das Fahren abseits der Hauptverkehrsstraßen ist sehr unproblematisch, grundsätzlich. Die Straßen sind zwar teilweise sehr schmal und in den Kurven uneinsichtig, aber prinzipiell in einem sehr guten Zustand. Zumindest auf der spanischen Seite ist offensichtlich sehr viel Geld aus dem europäischen Strukturfonds geflossen. Nach meiner Wahrnehmung sind die spanischen Straßen besser als die französischen. Auf der französischen Seite muss man auch höllisch auf Split aufpassen. Sofern man ein entsprechendes Straßenverkehrsschild sieht, runter vom Gas. Dann folgen mitunter einige Kilometer mit einer fingerdicken Splittschicht. Auch eine Form der Straßensanierung. Aber wenn man morgens nach ein paar Kilometern so richtig eingegrooved ist, macht es höllisch Spaß. Allerdings, wie man auf den meisten Fotos sieht, sieht man keine anderen Verkehrsteilnehmer. Wenn man allein unterwegs ist, darf halt nichts passieren. Es könnte Stunden dauern, wenn nicht Tage, bis mal jemand vorbei kommt.

 

Am Tag als der Regen kaaam, laaang ersehnt, heiß erfleht, trallalala........

Schönes Lied von Dalida, aber untauglich für Motorradreisende.  

 

Dramatische Gebirgskulissen lassen auf nichts Gutes schließen. Bislang hat es zwar immer mal wieder geregnet. Aber am Horizont schien die Hoffnung durch, ein blauer Streifen versprach wieder Sonne. Davon ist heute jedoch keine Rede, warum auch, ich bin ja in Südfrankreich und Spanien. Da muss man ja mit ständigem Unwetter rechnen. 

 

Die Wetterwelt schien am nächsten Morgen wieder einigermaßen in Ordnung zu sein, wenn man von den zwölf Grad absieht, die es um neun Uhr hatte.

 

Aber es bahnt sich schon wieder etwas an. Am Besten das Regenzeugs überwerfen. Regen hat aber auch Vorteile: man schwitzt nicht so, man schont auf diesen Straßen hier den 5. und 6. Gang und es sind noch weniger Menschen unterwegs. 

 

Und zwischendurch hält sich das gräusliche Wetter immer mal wieder kurz zurück. Nicht, dass die pralle Sonne geschienen hätte, aber es ist zumindest heller und trocken.

Ihre Frage, ob ich sie ein Stück mitnehmen könnte, musste ich leider verneinen. Schließlich hatte sie keinen Helm dabei. Aber diese traurigen Augen ............

 

Kaum hat man sich an die trockene Luft gewöhnt, heißt es schon wieder: sintflutartiger Regen. Hagel und Rollsplitt gehen eine recht unsägliche Kombination ein. Die weißen Geschosse haben eine ziemliche Durchschlagskraft, ich war heilfroh, dass ich einen Helm aufhatte. Da kam das Hotel Imperial (drei Sterne, aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg, also die Sterne!) mit seinem pittoresken Hinterhof und den augenfreundlichen Bodenbelägen gerade recht.