Der Rückweg

 

Der Rückweg führte uns immer dicht an der norwegischen Küste entlang. Wenn die Luft klar und trocken war, ist die Vielfalt dieser Landschaft mit ihren bunten Farbtupfern so richtig zur Geltung gekommen. Die verkehrsarmen Straßen mit den elegant geschwungenen Kurven verführen dazu, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h permanent zu überschreiten. Allerdings zwingt die Vorstellung, gegebenenfalls bis zu 1.000,- € Strafe zu zahlen oder gar ins Gefängnis zu gehen, doch dazu, regelmäßig auf den Tacho zu schauen. So bleibt zumindest ein entspannter Blick für die Schönheit der Natur und der Umgebung.

 

Spontan nach norwegischen Städten gefragt, werden wahrscheinlich mehr Deutsche die Stadt Hammerfest nennen können als die Hauptstadt Oslo. Klingt auch so schön Deutsch, wenngleich die Erinnerung an deutsche Besatzungszeiten sicherlich sehr schmerzlich ist. Hier hat das Tausendjährige Reich ganze Arbeit geleistet. Dennoch gab es keinerlei Vorbehalte gegen uns.

 

Auf dem Weg zu unserem nächsten Etappenziel Tromsø kamen wir westlich von Alta am Tirpitz Museum vorbei. Ich interessiere mich nicht so sehr für Kriegsmuseen, aber da mein Vater, wenn ich mich recht entsinne, mal kurze Zeit auf der Tirpitz stationiert war, war ein Pflichtbesuch fällig.

In Tromsø haben wir einen fahrfreien Tag eingelegt zur Revitalisierung der Beinmuskulatur und um ein wenig in Kultur zu machen. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind die Eismeerkathedrale mit ihrem beeindruckenden Glasmosaikfenster und das Polarmuseum. Es gibt sicherlich noch einiges mehr das wir bei unserem ausgedehnten Stadtbummel gesehen, aber nicht als Sehenswürdigkeit erkannt haben. Wenn wir in Kneipen oder Restaurants mit den durchweg sehr jungen Bedienungen ins Gespräch kamen, dann stellte sich heraus, dass die meisten nicht aus Tromsø waren und nur für ein paar Monate hier einen Job machten. Ab Oktober/November bis Mitte Januar ist es hier nämlich stockdunkel, die Sonne geht nicht auf. Wer kann, meidet diese Zeit. Nur zu verständlich. Für uns war es genauso gewöhnungsbedürftig, dass es nachts dagegen nicht dunkel wurde. Wenn man nachts aufwacht, bekommt man erstmal einen Schreck, weil man meint, den halben Tag schon verschlafen zu haben.

 

Nach dem Aufenthalt in Tromsø ging es weiter zu den Lofoten. Herrliche Küstenstraßen, mal on- und mal offroad.

 

Und zwischendurch immer mal wieder eine kurze Fährfahrt.

 

Die Lofoten sollten unbedingt auf der Reiseroute liegen. Die Inseln sind ein tolles Motorradrevier. Hier sind wir nur gefahren und gefahren. Schönes Wetter und keine Lust zum Fotografieren. Zwei Nächte haben wir auf den Lofoten verbracht, was uns drei Fahrtage ermöglichte. Eine Nacht - und es ist ja eigentlich immer Tag - hatten wir ein Hotel in Svolvaer gebucht, ein pittoreskes Hafenstädtchen, in dem es vom Wasserflugzeug bis zu großen Kreuzfahrern und historischen Postschiffen zu bewundern gab. Ein lohnender Besuch auf alle Fälle.

 

Wir haben auch einen Abstecher nach Å gemacht. Der wohl kürzeste Städtenamen der Welt.