Moremi Game Reserve, 20.09. - 22.09.2015


Das Moremi Game Reserve ist ein sehr artenreiches Wildtierparadies, insgesamt etwa 4.900 qkm groß. Im südwestlichen Teil des Nationalparks halten sich große Elefantenherden auf, die ständig zwischen den Futtergebieten und den Frischwasserstellen des Okavango hin und her wandern.

 

Das Moremi Game Reserve, mit dem Okavango Delta und dem Chobe National Park beherbergt die größte Elefantenpopulation Afrikas. Etwa 140.000 Tiere leben in diesem Areal. Der Nahrungsbedarf eines erwachsenen Elefanten beträgt etwa 200 kg Grünzeug und mindestens 200 ltr Wasser pro Tag. Damit ist dieses Gebiet deutlich überfordert. Im Gespräch mit den Rangern lernen wir, dass die genannte Fläche lediglich für etwa 60.000 Tiere ausreicht. Diese Überpopulation bereitet erhebliche Probleme, da Grünpflanzen, insbesondere Mopanewälder übermäßig abgefressen werden. Auch Kulturpflanzen, Äcker und sogar Dörfer sind zunehmend vor den Herden nicht sicher. Gleichwohl hat Botswana schon vor Jahren die Trophäenjagd verboten, als eines der ersten Länder Afrikas. Schwierig, eine richtige Entscheidung zwischen Tierschutz, Menschenschutz, Umweltschutz und Tourismusinteressen auszubalancieren.

Als wir in die ersten Mopanewälder gefahren sind, habe ich im ersten Moment gedacht, hier seien Gärtner gewesen, die den Bäumen einen Formschnitt verpasst haben. So weit das Auge reicht waren die Bäumchen in einer Höhe von 1,50 bis zwei Meter abgefressen. Exakter Biss auf der üblichen Fresshöhe von Elefanten. 

  

 

Charakteristisch für das Moremi Game Reserve ist das Beieinander großer Land- und Sumpfflächen. Es gibt einige wenige permanent Wasser führende Flussläufe mit sattem Grün, andererseits staubtrockene Dorn- und Buschsavannen. In der Umgebung unseres ersten Camps war es sehr trocken, die meisten saisonalen Wasserlöcher und Flussbetten waren restlos ausgetrocknet. 

Neben imposanten Bäumen, insbesondere Mopane und vereinzelt auch Affenbrotbäumen, sieht man sehr viel totes Holz. Sehr skurrile Formen sind zu finden, die ihre wahre Pracht bei Gegenlicht und Sonnenuntergang offenbaren.

 

 

Besonders an dieser Safari waren zu Beginn die Wetterverhältnisse. Leider nicht optimal zum Fotografieren. Es war schon eine ganze Weile zu heiß für die Jahreszeit mit der Folge, dass viele Wasserlöcher ausgetrocknet waren. Hinzu kam ein sehr starker und warmer Wind, der den Effekt der Verdunstung noch unterstützt hat. Die Folge war, dass die Tiere zum einen bereits deutlich weiter in Richtung Chobe-River gewandert waren und zum anderen aufgrund des starken Windes überwiegend in ihrer Deckung geblieben sind, denn bei dem starken Wind fällt es ihnen erheblich schwerer, ihre Fressfeinde zu orten. Deshalb trauen sie sich nicht aufs offene Feld. Wir mussten also längere Wegstrecken mit den Landis in Kauf nehmen, um an die geeignetesten Foto-Plätze zu gelangen.  

 

 

Der Norddeutsche und der Italiener haben offensichtlich ein sehr unterschiedliches Wärme-/Kälteempfinden