Auf dem Atlantik

 

Die Wetterbedingungen waren während der Passage auf dem Atlantik überwiegend gut. Kein allzu starker Wind, mäßige Wellenhöhen. Teilweise sogar völlige Windstille und Ententeich. Meine Idee vom Atlantik war ganz anders. Ich hatte mir den Atlantik viel rauher vorgestellt. Grundsätzlich höhere Wellen, langgezogen, aber höher. Und immer Wind, bis auf die Äquator nahen Calmengürtel natürlich. Gut, der Atlantik kann auch ganz anders. In Ansätzen haben wir es auch mitgekriegt. Wenn das Schiff rollte und stampfte. Die Gischt weit überspritzte. Seltsame Geräusche sind dann zu hören. Meine Koje war quer zur Schiffslängsachse aufgestellt. Das war bequem, man rollt dann nicht so hin und her, wenngleich ich mich einige Male im freien Fall befunden habe, wenn der Bug tief eintauchte und mit Kraft wieder nach oben schnellte. Dennoch, ich habe geschlafen wie in Abrahams Schoß, wie man so sagt. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, das Schiff befände sich in einem kritischen Zustand. Ich schätze, das war maximal Stufe vier bis fünf auf einer zehnstufigen Gefahrenskala. 

 

Spektakulär waren teilweise die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge. Ebenso die Farbe des Atlantiks, das Wellenbild und die Wolkenformationen. Wenn es nicht gerade diesig oder nebelig war oder geregnet hat, war die Luft extrem klar und hat ein irres Farbenspiel hervorgebracht. Ich konnte mich gar nicht satt sehen daran.